Der Freundeskreis auf Reisen

Die Reisen des Freundeskreises haben eine lange Tradition (seit 1964). Ungewöhnliche Reiseziele in Deutschland, Europa und Übersee und individuelle Programmgestaltung zeichnen die Reiseangebote des Freundeskreises aus. Wer mitreist, gewinnt Verständnis für Menschen, Geschichte und Kultur.

KAISER KARL V.

WELTHERRSCHAFT ODER CHRISTLICHE UNIVERSALMONARCHIE?

AUF DEN SPUREN DER RÖMISCH-DEUTSCHEN KAISERIDEE

04. Oktober - 09. Oktober 2021

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Im Oktober 1520 reiste der zwanzigjährige Karl, Herrscher über die spanischen Reiche und das wachsende Kolonialreich in Amerika, Herzog der burgundischen Niederlande, Erzherzog von Österreich, Enkel Kaiser Maximilians I., nach Aachen. Dorthin begab sich gleichzeitig der fünfzigjährige Nürnberger Maler Albrecht Dürer. Dort, in der traditionellen Krönungsstadt, wollte Karl nach der Königswahl durch die Kurfürsten in Frankfurt sich zum König und erwählten römisch-deutschen Kaiser krönen lassen. Dem berühmten Maler ging es darum, sich die ihm von dem verstorbenen Kaiser Maximilian I. gewährte Leibrente erneuern zu lassen. 500 Jahre später sollten zwei Ausstellungen in Aachen die Aufenthalte dieser beiden Persönlichkeiten thematisieren, diejenige über die Krönung Karls V. vor dem damaligen politischen und religiösen Hintergrund musste Coronabedingt ausfallen, die über die künstlerischen Arbeiten Dürers während seiner Reise findet jetzt verspätet statt.

501 Jahre später, im Oktober 2021, geht die Studienreise nicht nur nach Aachen. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Hans-Joachim König bezieht sie Frankfurt, Gent, Brügge, Mechelen, Brüssel, Worms und Speyer mit ein. Sie sind Orte von Begegnungen, die in Karls Jugend seine Vorstellungen von Herrschen und Religion geprägt haben, oder Orte von Entscheidungen, in denen nach der Krönung Karls V. Reichs- und Religionspolitik sowie seine Vorstellung von der Einheit der Christenheit zum Ausdruck kommen und für seine Amtsführung als Kaiser bestimmend wurden. Sie geben Auskunft über die Kaiseridee eines Herrschers, eines der Großen der Geschichte, die nach den Worten von Jacob Burckhardt am Ende ihres Lebens unter dem drückenden Bewusstsein stehen, ihr größtes Ziel nicht erreicht zu haben, aber dennoch in der Weltgeschichte „unersetzlich“ sind.